Robert, Clemens, Elisabeth, Philipp und ich hatten uns vorgenommen, unsere erste lange Fahrt ohne Betreuer zu absolvieren. Die Fahrt rund um den Müggelsee war anstrengend, aber auch sehr spannend. 30 km sind nicht zu unterschätzen. Alles, was Dieter und Wolfgang uns beigebracht haben, hat gezählt: ruhig vorrollen, nicht beschleunigen und nicht nach vorne stürzen. Man hat wirklich viel mehr Spaß beim Rudern, wenn sich das Boot fließend und rund bewegt. Die Blasen an den Fingern sind zwar immer noch da, aber es hilft enorm, wenn die Kraft konstant durchgezogen wird, statt nur ruckartig mit den Beinen zu drücken. 

Philipp saß zuerst am Steuer, und Elisabeth als Schlagfrau gab einen ruhigen und gleichmäßigen Rhythmus vor, dem die gesamte Mannschaft mühelos folgen konnte. Bald erreichten wir den Müggelsee und waren froh, dass spiegelglattes Wasser vor uns lag. Vor uns fuhren Dieter und die Kameraden von Hellas-Titania sowie mehrere Mannschaften verschiedener Rudervereine. Wir alle haben das schöne Wetter genossen. Wir waren nicht schnell, aber das war auch nicht das Ziel. Mit Gelassenheit und Spaß sind wir über den Müggelsee gerudert und in den Kanälen von Neu-Venedig angekommen.

Beim Ruder-Club Rahnsdorf Luftfahrt haben wir das Boot aus dem Wasser geholt, um mit Freunden bei Bier, Kuchen und Bratwurst zusammenzusitzen. Wie üblich hat Dieter uns mit seinen Geschichten fasziniert.

Aufgeladen mit neuer Energie sind wir von Rahnsdorf Richtung Dämeritzsee und danach zum Seddinsee gefahren – diesmal mit Elisabeth am Steuer und Philipp als Schlagmann. Während Manche die Kanäle langweilig finden, genießen Andere den Schutz gegen den Wind und die Frühlingsfarben des Waldes. Wir folgten dem Kanal, bis Dieters Boot am Rand stoppte, weil ein Mannschaftsmitglied dringend mal „austreten“ musste. Weiter ging es zum Seddinsee, wo wir eine verdiente Trink- und Essenspause machten. Nicht nur Wasser, sondern auch Süßigkeiten gehören ins Boot, um die Energiespeicher aufzuladen. Die Frage, ob wir links oder rechts am Seddinwall vorbeifahren sollten, klärte sich schnell, als wir andere Ruderboote sahen. Die Farben des Frühlings waren überall zu sehen und das Vogelgezwitscher überall zu hören. Die herrliche Landschaft begleitete uns bis nach Schmöckwitz. Da der dortige Verein jedoch voll war und es nichts zu essen gab, sind wir direkt nach Grünau zur Anrudern-Party weitergefahren.

Dort herrschte beste Stimmung bei lauter Musik, Bier und Essen. Für uns war es ein wichtiger Moment der Erholung und der Gemeinschaft. Wir haben viele Kameraden getroffen, gequatscht, Erfahrungen ausgetauscht und neue Herausforderungen geplant.

Wir sind sehr gut in die Saison gestartet und es liegt noch viel Wasser vor unserem Bug. Wir freuen uns auf die kommenden Trainingseinheiten. Eine Stunde später machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Verein. Da Clemens früher weg musste, kam Johannes als Steuermann mit uns. Er war vorher in Dieters Boot und wollte die Fahrt bei uns ausklingen lassen. Die letzten fünf Kilometer, begleitet vom Sonnenuntergang, waren wunderschön. Dennoch haben wir uns am meisten gefreut, wieder „zu Hause“ zu sein, wo unsere liebe Monika schon auf uns wartete.

Mit sportlichen Grüßen aus BRA, da mach ich gerade Urlaub;-)

Marcos

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