Obwohl ich aus Brasilien komme, fand meine erste Rudererfahrung in Brasilien erst dieses Jahr statt. Darauf habe ich mich sehr gefreut und es war wirklich aufregend. Meine Heimat ist Florianópolis, eine Insel nahe der Küste des Festlandes. Dadurch gilt die große Wasserfläche zwischen Insel und Festland als Ruhigwasser, was ein optimales Trainingslager ermöglicht. Dort, ganz in der Nähe des Stadtzentrums, befinden sich drei sehr traditionelle Ruderklubs.
Ich war beim Ruderverein Clube de Remo Aldo Luz (www.aldoluz.com.br) und wurde dort von Pedro Morgado, Guilherme Soares (soaresremo@gmail.com) und Ricardo Mesquita betreut. Sie waren unglaublich gastfreundlich und sind absolut offen für weitere Besucher.
Auch Ruderkamerad Nogueira hat mir erzählt, dass sie schon einmal für eine Weltmeisterschaft hier in Deutschland waren und damals beim Grünauer Ruderverein trainiert haben. Sogar der ehemalige Trainer Krakau war damals als Gast in Brasilien. Besonders gefreut habe ich mich, den 1929 geborenen Odilon Martins kennenzulernen – ich habe erfahren, dass er der älteste aktive Ruderer der Welt ist.
Das Team von Aldo Luz war allerdings stark mit der Vorbereitung auf den kommenden Wettkampf gegen die Klubs Riachuelo und Francisco Martinelli
beschäftigt. Die Königsklasse dort ist das 8er-Riemenboot. Ich habe mich beraten lassen und mich für den C1 (Einer) entschieden. Strömung, Wind und die Sonne spielen vor Ort eine große Rolle. Deswegen wurde immer sehr früh trainiert, wenn die Temperaturen noch angenehm und der Wind nicht zu stark ist.
Das heißt, meistens fand das Training zwischen 05:30 und 08:00 Uhr statt, da um ca. 10:00 Uhr morgens die Öffnungszeit des Vereins endete. Ich war insgesamt achtmal auf dem Wasser, bin ca. 10 km pro Tag gerudert und hatte riesigen Spaß. Das Boot lief hervorragend und ich konnte die Schönheit der Stadt und das tolle Wetter genießen.
Es gibt dort drei Regattabahnen: eine südlich auf der Innenseite der Insel, eine nördlich, näher an der Küste, und eine weitere direkt an der Insel, die Beira Mar Norte. Es war sehr ruhig dort, mit wenig Bootsverkehr, sodass ich optimal trainieren konnte. Am ersten Tag habe ich mich absichtlich ins Wasser fallen und die Skulls losgelassen, um zu testen, wie man das Boot wieder aufrecht dreht und wie man im tiefen Wasser einsteigt. Das konnte ich problemlos umsetzen und danach weiterrudern. Ich schätze diese Erfahrung sehr und finde sie enorm wichtig für meine Sicherheit.
Mit sportlichen Grüßen
Marcos
Weitere Bilder sind in einer kleinen Galerie zu sehen. Viel Spaß beim Ansehen.


